Nachdem schon längere Zeit vorher in der Gemeinde in loser Gemeinschaft gesungen worden war, wurde am 10. Dezember 1898 der "GESANG-VEREIN-VORWÄRTS LIND IM DRAUTHALE" aus der Taufe gehoben womit er einer der ältesten heute noch bestehenden Vereine ist. Unter den 16 Gründungsmitgliedern, darunter großteils Gewerbebetreibende, aber auch Bauern und Lehrer, stach der Organist und Messner Simon Waschnig als Chorleiter hervor, der kurz zuvor von Waisach nach Lind gekommen war. Die ersten Jahre war das Repertoire durch alte Kärntnerlieder und Chöre und Lieder von verschiedenen Komponisten wie Thomas Koschat, Blümel, Schubtert u. a. geprägt; die Lindner traten damit in mehreren Nachbargemeinden auf.

Die Zeit des Ersten Weltkriegs, aber auch die krisengeschüttelte Zwischenkriegszeit und die Periode von 1398-45 drückten das Vereinsleben auf ein Mindestmaß herab, bzw. unterbrachen es ganz: Außer bei Begräbnissen und kleineren Anlässen wurde wieder im privaten Kreis gesungen. Ein neuer Aufschwung erfolgte erst wieder nach dem Kriegsende: Heimgekehrte  und neue Sänger fanden unter Chorleiter Heinz Türk, einem Lehrer, wieder zusammen und traten bei Liederabenden und Sängerfesten auf. Ein Teil der Vereinsmitglieder wirkte auch ab 1946 unter dem Chorleiter-Stellvertreter Ernst Hoffmann im Lindner KIRCHENCHOR mit.

Nachfolger von Türk , der 1950 an die Volksschule Kleblach wechselte und dort mit der Sängerrunde Kleblach sang, wurde FRANZ POLEDNA, unter dessen Leitung der Verein 1953 als "MGV LIND" neu aus der Taufe gehoben wurde. Erster Obmann war Johann Krall sen., dessen Stellvertreter Franz Pfeiffer. In das neue Vereinsabzeichen fand auch das erst kurz zuvor in der Marienkapelle entdeckte Wappen der Herren von Lind Eingang.

In den fünfziger Jahren wurden erstmals auch erfolgreiche Theaterabende mit Singspielen und Sprechstücken geboten, mit der Ehefrau des Chorleiters Hilde Poledna als Theaterregisseurin und Pianistin. Damals und bis in die sechziger Jahre war der etwa 40-köpfige MGV LIND mit seinen großteils unter 30 Jahre alten Mitgliedern der "jüngste" Männerchor des Kärnten Oberlandes!  Er galt bei den Bundessängerfesten des Österreichischen Sängerbundes in Wien, Salzburg und Klagenfurt und natürlich bei den Gau-und Talschaftssingen als "starker" Chor.

Zum 60-jährigen Gründungsfest am 6. Juli 1958 gab es das erste große Sängertreffen in Lind, zu diesem freudigen Anlass wurde die neu angeschaffte Vereinsfahne geweiht. Im selben Jahr traf den MGV Lind aber auch ein schmerzhafter Verlust: Er musste von Frau Hilde Poledna, die im 39. Lebensjahr gestorben war, Abschied nehmen.

Eine Novität war 1978 die Idee des MGV, die singende Mädchengruppe der Volksschule in den Chor zu integrieren. In dieser Zusammensetzung konnte der "MGV LIND MIT MÄDCHENCHOR" bei Sängerfesten große Erfolge feiern. Eine echte Bereicherung stellte auch das neu gegründete "DOPPELQUINTETT LIND" dar. Bereits 1975 wurde mit der Trachtenkapelle Lind der erste Tonträger produziert; 1981 folgten eine LP und MC, aufgenommen mit den gemeinsam 68 Stimmen umfassenden MGV, Mädchenchor und dem Doppelquintett.

1985 legte der längst dienende Chorleiter des Gaues Kärnten, Franz Poldena, die Geschicke des MGV in die Hände von Rudolf Klary, der hier sein hohes musikalisches Potenzial mit Eigenkompositionen, aber auch als Organist mit dem Kirchenchor sowie als Leiter des Mädchenchores einbrachte. 1989 übgergab auch der alte Vorstand mit Obmann Franz Pfeiffer sein Amt an jüngere Nachfolger: Obmann des neuen Vorstandes wurde Heribert Winkler, sein Stellvertreter Hermann Laikauf jun.

Seit über 20 Jahren besteht auch eine Sängerfreundschaft mit gegenseitigen Besuchen zwischen dem MGV Lind und den deutschen Chören "Liederkranz Grefrath und "Mgv Hörste" aus Halle in Westfalen, die neben vielen anderen auch zur Feier des 100-Jahr-Jubiläums am 19.Juli 1998 kamen. Zu diesem Anlass erschienen auch wieder eine CD und MC, aufgenommen gemeinsam mit Mädchenchor und Doppelquintett.

Seit 2000 steht der MGV unter der musikalischen Leitung von Karl Preißl, der großen Wert auf eine abwechslungsreiche Chorliteratur legt, die in intensiver Probenarbeit einstudiert wird.

Ein Auszug aus dem Chorrepertoire des MGV gibt es auf der im Jahr 2004 gemeinsam mit dem Ensemble KLELIFEST aufgenommenen CD.

Es soll auch in Zukunft die Pflege von altem und neuem Liedgut im Vordergrund stehen, aber auch um den Sängernachwuchs wird man sich besonders bemühen, damit der MGV Lind weiterhin als Säule des kulturellen Geschehens seines Heimatortes bestehen bleibt.